Ausrüstung für Einsteiger

In den letzten Wochen haben mich immer wieder Interessenten angeschrieben und gefragt, was man denn an Ausrüstung bräuchte, um bei der Stahlakademie mit dem Training beginnen zu können.

Da sich viele Neulinge von Anschaffungskosten jedweder Art abgeschreckt fühlen,  ein Wort zuvor: Wenn ihr die Stahlakademie ausprobieren wollt um herauszufinden, ob euch das historische Fechten gefällt, benötigt ihr keine Ausrüstung! Ein einfaches Trainingsschwert können wir Euch leihen! Erst wenn ihr Euch nach einigen Monaten sicher seid, dass der Schwertkampf Teil eures Lebens werden soll, müsst Ihr Euch um den Kauf von Ausrüstung Gedanken machen.

Der Markt ist unübersichtlich und vielen Einsteigern fehlt es verständlicherweise an Erfahrung, gutes Equipment zu erkennen. Darüber hinaus kennen viele von Ihnen nur die Schaukampfschwerter und pseudo-historischen Rüstungsteile vom Mittelaltermarkt und sind mit den -teils völlig anders gelagerten- Erfordernissen des historischen Fechtens noch gar nicht vertraut. Eigentlich müsste man schon eine Weile gefochten, diverse Ausrüstungsgegenstände ausprobiert und dann einige Tage heftig im Web recherchiert haben, um eine kompetente Kaufentscheidung zu treffen. Aber hier haben wir ein kleines Henne-Ei-Problem: Ohne ein Minimum an Ausrüstung könnt Ihr nicht mitmachen, doch ohne selbst aktiver Fechter zu sein, könnt Ihr den Markt nicht beurteilen. Also nehme ich Euch jetzt an die Hand: Dieser kleine Blogeintrag soll Euch möglichst simpel die nötigsten Dinge erklären und Euch auch ein paar erste Kaufempfehlungen aussprechen. Ich lege dabei folgende Kriterien zugrunde:

  • Die Produkte müssen hochwertig, von mir persönlich getestet und allgemein bewährt sein.
  • Die Preise müssen sich im Einsteiger-freundlichen Rahmen bewegen.
  • Die Produkte müssen unkompliziert über das Internet beziehbar sein, der Händler muss mir als zuverlässig bekannt sein.

De facto gibt es ettliche Quellen und Hunderte von Produkten, auf die das zutrifft. Doch dieser Artikel folgt der Maxime „Keep it simple!“. Deshalb empfehle ich Euch aus jeder Kathegorie beispielhaft EIN EINZIGES Produkt (mit Ausnahme der Schwerter, da sind es immerhin zwei) und jeweils nur einen Händler. Mir ist bewusst, das alte Hasen und Trainer-Kollegen diese Vorgehensweise sträflich limitiert finden werden… aber für euch ist dieser Leitfaden auch nicht gedacht. 😉 Außerdem setze ich an das Ende dieses Artikels eine kurze Händlerliste, mittels derer die Selbstständigeren unter Euch beliebig nach weiteren Alternativen stöbern können.
Und los gehts:

Shirt

Auch wenn man als Einsteiger noch nicht an Freikampf denken muss, ist Training im ausgewaschenen Band-Shirt und Schlapperjogginghose irgendwie stillos. Angemessen gekleidet zu sein hat außerdem praktische Gründe, denn die von uns getragene Kleidung ist besonders Reissfest und hölt auch etwas ruppigeres Training (z.B. beim Ringen) gut aus. Die Basiskleidung beid er Stahlakademie besteht aus einem Shirt und einer Fechthose.  Meine Empfehlung ist das:

Akademie-Trainings-Schirt

Das Shirt ist sehr robuster, Kunstfaser extra für den Sport konzipiert und das antibakeriell wirkende Material trocknet schnell und beugt unangenehmen Schweißgerüchen vor. Die Shirts gibt es in unserem Stahlkontor zu kaufen. Vorsicht: Die Herren-Shirts fallen etwas größer aus!

Fechthose

 

Die Fechthosen sind ebenfalls mehr als nur historisch amutende Mode: Der Stoff ist bis 350 Newton Stichfest (es gibt noch widerstandsfähigere Modelle) und ebenfalls extrem robust. Die freiliegenden Unterschenkel ermöglichen dem Trainer außerdem eine gute Einschättzung eurer Fußarbeit und der unteren Körpermechanik, was gerade am Anfang sehr wichtig ist. Meine Empfehlung ist die:

PBT-HEMA Fechthose 350N 

Die von uns bevorzugten Hosen der Firma PBT  können bei Trainingsschwerter.com bestellt werden. Für die Damen gibt es ein etwas anders geschnittenes Modell.

Fechtmaske

 

Für die Fechtmaske gibt es ein Hauptkriterium: Sie muss für 1600 Newton Trefferabsorbtion ausgelegt sein. Es gibt welche, die liegen unter diesem Wert und sind für den Schwertkampf ungeeignet. Ein etwas stärkerer Halsschutz und ist ebenfalls nicht verkehrt. Früher habe ich die Allstar-Masken empfohlen, weil es hier Modelle mit herausnehmbarem Innenfutter gibt. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass den meisten Leuten ein Konkurrenzprodukt besser passt und sie den Sitza ls bequemer empfinden.

Meine Empfehlung ist die:

Fechtmaske PBT FIE 1600N

Erhältlich unter anderem bei Trainingsschwerter.eu

Handschuhe

Leichte Fechthandschuhe sind natürlich nicht für harten freien Kampf geeignet (um den sich Einsteiger aber auch noch gar keine Gedanken machen sollten); doch sie schützen die Hände vor Kratzern und Quetschungen, welche schnell mal beim Training auftreten können. Zu Not gehen auch simple Arbeitshandschuhe aus dem Baumarkt, doch Fechthandschuhe haben eine zusätzliche Polsterung und sind außerdem besser verarbeitet und somit haltbarer.

Meine Empfehlung (und lasst euch vom etwas irreführenden Namen nicht täuschen):

PBT HEMA Handschuh für Rapier und leichtes Sparring

Erhältlich unter anderem bei Trainingsschwerter.eu

Zusätzlicher Halsschutz

Dieser Ausrüstungsgegenstand ist für einen Einsteiger kein unbedingtes Muss, denn Fechtmasken haben bereits einen leichten Halsschutz. Dennoch würde ich ihn auch den nicht-ängstlichen Naturen ans Herz legen und er kostet ja auch nicht viel.

Meine Empfehlung:

Halsschutz PBT

Erhältlich unter anderem bei Trainingsschwerter.eu

Fechtmaskenpolsterung

Es geht zur Not zwar auch ohne, aber bedenkt: Ein Schwert hat deutlich mehr Wucht als ein moderner Sportdegen, deshalb lege ich Euch diese zusätzliche Polsterung für die Fechtmaske dringend ans Herz. Außerdem wird der Hinterkopf dadurch geschützt. „Nackte“ Fechtmasken tun das nicht, sie schützen nur das Gesicht und den vorderen Teil der Kopfseiten.

Meine Empfehlung ist die:

Fechtmaskenpolsterung PBT WARRIOR

Erhältlich unter anderem bei Trainingsschwerter.eu

Schwert

Das Wichtigste zuletzt: Ihr benötigt a.s.a.p. ein Schwert. Eigentlich ist es ein Unding, den Kauftip für eine Schwert auf ein einziges Erzeugnis zu reduzieren, denn die persönlichen Vorlieben bei Schwertern sind individuell sehr unterschiedlich und haben auch viel mit Geschmack zu tun. Daher empfehle ich hier zwei Schwerter, und diese sind als Beispiele zu verstehen, wenn auch als gute. Denn die gezeigte Werkzeuge zeigen wunderbar exemplarisch, worauf es ankommt und liegen bei allen relevanten Eckdaten im soliden Mittelfeld. Mit solch einem Schwert könnt ihr jedoch trotzdem wenig falsch machen. Worauf solltet ihr achten, wenn Ihr Euch auf Schwertsuche begebt?

  • Gesamtlänge von 120-140 cm.
  • Geamtgewicht zwischen 1200 und 1600 Gramm.
  • Zweihändige Verwendbarkeit,  Griff mindestens 25 cm lang.
  • Halbwegs gerades, möglichst schnörkelloses Kreuz (keine Haken oder ähnlichen Kram!).
  • Knauf in Diamant- oder Birnenform.
  • P.o.b. („Point of balance“) nicht mehr als 9 cm vom Kreuz entfernt.

Meine Empfehlung:

Standard longsword III von Peter Regenyei

Erhältlich bei Regenyei Armory.
Gehobene Mittelklasse im attraktiven Baukastensystem, sehr taugliche und führige Waffen. Beachtet, dass die Lieferzeiten aus dem Ausland etwas länger ausfallen können und seht Euch frühzeitig um.

1 1/2-Händer, Typ „Deutsche Schule“, lang (SKF 1a), aus der Schmiede JiNO.

Erhältlich bei WestCoast-Versand.
Inland-Händler mit solider Low-Budged-Ware, zuverlässige Lieferung, netter, kulanter Umgang.
Zur weiteren Recherche:

Schwerter

JiNo Swords

Ensifer

Albion Swords

Regenyei Armory

Arma Bohemia

Pavel Moc

WestCoast

Schutzkleidung

Trainingsschwerter.eu

Allstar

The Hema Shop

PbT Historical Fencing