Die Stahlakademie auf Eurem Hema-Event

Torsten Schneyer betätigt sich unter anderem auch als Vortragsreisender und Seminarleiter in Sachen HEMA. HEMA (“Historical European Martial Arts”, nichts anderes als unser historisches Fechten) hat inzwischen Weltweit zahlreiche Anhänger, die sich regelmäßig auf zahlreichen kleinen und größeren Seminarveranstaltungen treffen. Der Gründer ist ein erfahrener Kursleiter und gibt seit über 10 Jahren Workshops auf HEMA-Events. Ihr veranstaltet ein solches und wollt ihn buchen? Kein Problem! Er hat immer ein gut vorbereitetes Portfolio an aktuellen Kursinhalten zur Hand, größere Gruppen sind kein Problem und Trainingsmaterial kann teilweise egstellt werden. Alle hier gelisteten Seminare sind auf die übliche Dauer von 2 Stunden ausgelegt, können aber auch erweitert oder leicht gekürzt werden. Normalerweise berechnen wir ein Basishonorar plus Kilometerpauschale. Für explizit unkommerzielle Community-Events mit vielen anderen Trainern sind die Unkosten verhandelbar, genaueres können wir persönlich besprechen. Wählt einfach eines seiner vorbereiteten Angebote aus und schreibt der Stahlakademie eine Email.

Kurse für das Lange Schwert

Meister Liechtenauers System basiert auf den sogenannten Fünf Wörtern. universellen Prinzipien, die sich in den verschiedensten Kampfkünsten auf der ganzen Welt nachweisen lassen. Ausgehend von zweien dieser Wörter (Hart und Weich oder auch, je nach Quelle: Stärke und Schwäche) leitet Torsten die innere Logik des taktischen Systems der Fechtkunst her. Im Detail geht er auf die physikalischen Grundlagen von Stärke-Schwäche-Situationen ein. Es werden am Beispiel von Stücken aus der Fechtkunst vielfältige Methoden beleuchtet, Schwäche in Stärke umzuwandeln und die Oberhand in einem Gefecht zu gewinnen. Durch den herleitenden Ansatz dieses Workshops und der Arbeit mit Diagrammen erschließt sich dem Teilnehmer ein neues Verständnis des fünften von Liechtenauers Wörtern: des Indes’.

Ein Seminar auf hohem inhaltlichem Niveau, mit dem ein- oder anderen Aha-Erlebnis.

Realitätsnahes Verstehen von Fechtprinzipien am Beispiel des Nachreisens aus dem Cod. 44 A 8 Das Interpretieren historischer Fechtstücke funktioniert oft nach Schema F: „Text lesen, Nachfechten, Aha-verstanden, im nächsten Unterricht anderen zeigen“. Dabei schleichen sich nicht nur Interpretationsfehler ein, sondern oft wird nur das Hauptstück mehr schlecht als recht „eingeprobt“ und existiert dann als Rudiment im Unterrichtsprogramm weiter. Torsten Schneyer erklärt anhand des Nachreisens, warum es bei diesem Stück nicht um eine einzelne Technik, sondern um ein fundamentales Prinzip geht, das vom Autor der Handschrift anhand mehrerer, scheinbar völlig verschiedener „Unterstücke“ veranschaulicht wird. Torsten verdeutlicht außerdem, warum ein bloßes „Nachspielen“ des Fechtstücks für eine valide Interpretation nicht ausreicht und wie Timing, Geschwindigkeit und Härte/Weichheit die Dynamik und Interpretation beeinflussen.

Immer wieder passiert es beim freien Schwertgefecht, dass man sich plötzlich ganz nah in Handreichweite gegenübersteht, und ehe man sich versieht, befindet man sich in einer ziellosen, wilden Rangelei um die Waffen und das Gleichgewicht. Viele Fechter trainieren das Ringen am Schwert nur in statischen Modellsituationen und können ihr theoretisches Wissen über Hebel und Würfe dann im Freikampf nicht abrufen. Torsten zeigt euch, wie ihr die Fechtstücke der Meister trainieren müsst, damit ihr im Ringen eine kalkulierbare Chance habt. Besonderes Augenmerkt legt er dabei auf die taktische Situation des Einlaufens vor dem Ringen und gibt euch auch Methoden in die Hand, wie ihr ein Ringen des Gegners unterbinden könnt.

Einige Fechtbücher, unter anderem das von Sigmund Ringeck, behaupten, es gäbe 24 verschiedene Winden, die sich aus Zwei Winden, Vier Anbinden und Drei Wundern zusammensetzen. Torsten geht sie ALLE mit Euch innerhalb von zwei Stunden durch und zeigt Euch bei den undokumentierten Winden auch noch mögliche Alternativ-Interpretationen auf.  Eine Tour für Leute, die es ganz genau wissen wollen. ;)

Sonstige Kurse

Körperliches Zusatztraining für echte KriegerInnen und die, die es werden wollen. Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Viele (natürlich nicht alle) Schwertfechter sind unsportliche Nerds! Von Zivilisationskrankheiten geplagte, übergewichtige und untrainierte Städter, die sich trotz Zeit- und Fitnessmangel tapfer dazu entschlossen haben, eine uralte Kampfkunst zu erlernen. Doch nur, wer sich den Körper eines Kriegers zulegt, kann auch wie einer kämpfen! Physische Überlegenheit ist nicht nur ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg im Gefecht, sondern macht das Fechten auch sicherer, gesunder und leichter. Torsten zeigt euch in einem harten, schweißtreibenden Workshop, wie ihr Muskelmasse auf- und Fett abbaut, eure intramuskuläre Koordination stärkt und Ausdauer erlangt. Er räumt mit falschen Versprechen und Fitnesslegenden auf, gibt Ernährungstipps und optimiert eure Trainingspläne. Vor allem jedoch demonstriert er euch individuell variierbare Kraftübungen für den ganzen Körper und zeigt euch, wie ihr diese ausführen müsst, um den optimalen Trainingsreiz zu setzen. Muskelkater garantiert!

Andere Waffen

Stangenfechten ist in der historischen Fechterszene generell etwas unterrepräsentiert, uns wenn dann doch mal mit dieser wundervollen Waffe trainiert wird, dann meist nach späten Meistern wie Joachim Meyer.
Paurñfeyndt hat sein Kompendium von der „Ergrundung ritterlicher Kunst der Fechterey“ 1516 veröffentlicht und gehört damit bereits in die Riege der Renaissance-Meister. Nichtsdestotrotz wirkt seine Stangenkunst noch sehr ursprünglich: Nicht nur zitiert sie viele Stücke des mittelalterlichen Meisters Peter Falkner wortwörtlich, was den spekulativen Schluss zulässt, dass beide Autoren auf eine ältere, gemeinsame Tradition zurückgreifen. Auch gemahnt Paurñfeyndts breiter, eher mittiger „Frontalgriff“ der Stange an Liechtenauers Harnischkampfsystem und an das Mordaxtfechten. Sie arbeitet mit einem weitaus stärkeren Band und geringerem Abstand zum Gegner als spätere Fechtmeister wie z.B. der berühmte Spätrenaissance-Fechtmeister Joachim Meyer.
Torsten erklärt in diesem Workshop zum einen die Grundlagen der Stangenfechtkunst Paurñfeyndts und führt in die ungewohnte „kurze” Haltung der Waffe ein und die vielen Basis-Drills, die sich aus dieser Haltung ergeben. Sodann trainiert er mit Euch diverse Fechtstücke, die nicht nur die immensen Hebelkräfte und schnellere Links-Rechts-Wechsel der Stange verdeutlichen, sondern auch die rasante Verkürzung der Distanz in das Ringen oder das überraschende Verfallen in die lange Distanz aufzeigen.
Die Stahlakademie kann für diesen Workshop Übungsstangen stellen.

Der ernste Zweikampf im Harnisch nach der Tradition Liechtenauers gehört zu den schwersten und härtesten Dingen, die in den Fechtbüchern zu finden sind. Zu Unrecht oft nur mit “Halbschwertfechten” gleichgesetzt, handelt es sich in Wahrheit um den Kampf mit drei Waffen gleichzeitig (“Drey Wehren und Vier Orte”): Speer, Schwert und Dolch. Torsten gibt Euch -nach einem kurzen Exkurs zur Quellenlage- eine Einführung in dieses Kampfsystem und zeigt dann, wie man das Duell in den Schranken beginnt und das Fechten mit drei Wehren handhabt. Exemplarisch werden Gefechte (und Würfe) mit dem Speer, dem Schwert und dem Dolch sowie das Ringen bis zum Bodenkampf durchexerziert.

Großen Wert legt Torsten hierbei auf ein sinnvolles Wechseln der Waffen, auf den Kampf mit ungleichen Waffen (Schwert gegen Speer, Dolch gegen Schwert)  und geht auf die typischsten taktischen Konstellationen eines solchen Ernstkampfs ein. Auch demonstriert er, wie man mit dem HEMA-üblichen Sparring-Equipment und wenigen Modifikationen einen Harnischkampf simulieren kann und zeigt noch einige nette Übungsspiele rund um das Thema.
Dieser Workshop ist aufgrund seiner Freikampflastigkeit nur für fortgeschrittene Fechter geeignet.

Als Speer-Ersatz können Stangen mitgebracht und ausgeliehen werden.

Das Fechten mit dem Stoßdolch ist eine Stich-und Hebel-orientierte Kampfkunst, bei der der Dolch in einer Manier gehalten wird, die die moderne Kampfkunstszene als „Eispickelgriff“ kennt. Um dies zu verstehen, muss man bedenken, dass sich viele der Techniken gegen gerüstete Gegner richten und auch ein gewöhnliches Wollwams der „kleinen Eiszeit“ des 15. Jahrhunderts immer noch einen passablen Schutz gegen einfache Schnitte darstellt. Ringen und Dolchkampf gehören fest zusammen und ergänzen sich, egal ob mit oder ohne Harnisch: Man versucht, den Waffenarm des Gegner zu binden, diesen durch Hebelgriffe zu fixieren und seinerseits einen Dolchstoß anzusetzen. Auch Würfe und Entwaffnungen sind beim Dolchkampf nicht unüblich.

Torsten zeigt in diesem Workshop nicht nur typische Angriffe und deren Brüche auf, sondern legt einen weiteren Schwerpunkt auf die Vermittlung der dynamischen Prinzipien dieser Kampfkunst. In unterhaltsamen und schweißtreibenden Semi-Freikampf-Spielen lässt er Euch die typischen taktischen Situationen des mittelalterlichen Dolchkampfs nachempfinden und gibt Übungstipps zu deren intuitivem Verständnis.

Holzdolche können gestellt werden.

Nahezu alle Schwert- und Buckler-Enthusiasten weltweit konzentrieren sich in ihrer Fechterei primär auf das I33-Manuskript und die Quellen des späten Mittelalters werden oft stiefmütterlich behandelt. Das erstaunt, liegen diese doch zeitlich –und auch fechterisch- viel näher an den Quellen, nach denen in unserer Szene üblicherweise unsere Hauptwaffe, das Lange Schwert, interpretiert wird. Eines der Hindernisse könnte sein, dass Buckler-Texte aus dem 15. Jahrhundert nicht nur rar gesät, sondern auch weitaus knapper gehalten sind als das berühmte Buch des fechtenden Mönchs. Torsten hat sich intensiv mit den Buckler-Stücken Andre Lignitzer, einem der wichtigsten Fechtmeister des späten Mittelalters und sonst eher für seine Ring- und Dolchkunst bekannt, befasst. Auf den ersten Blick macht Lignitzers Text den Eindruck einer unvollständigen Randnotiz für Eingeweihte. Doch in seinen fünf knapp formulierten, aber extrem dicht komprimierten Bewegungsfolgen erschließt sich dem kundigen Fechter ein effizientes, variantenreiches und durchdachtes Kampfsystem, dass sich in Teilen von der Schwert/Buckler-Tradition des I33 unterscheidet und sich auch in den Fachtermini eher an Liechtenauers Kunst des Langen Schwerts orientiert. Im Rahmens einer Lehrtätigkeit hat Torsten ein in sich geschlossenes Curriculum erstellt und stellt in diesem Workshop seine Interpretationsansätze am Beispiel einiger Basis-Drills und ausgewählter Stücke vor.
Acht Garnituren (Holzbuckler und PET-Einhandschwert) können zu diesem Kurs mitgebracht und ausgeliehen werden.